Section 07Fahrschulsimulator

Lohnt sich ein Fahrschulsimulator? Die Wirtschaftlichkeit gerechnet

In der hier bewusst streng gerechneten Beispielkalkulation schreibt ein Fahrschulsimulator ab 20 verkauften Einheiten pro Woche schwarze Zahlen; sie rechnet mit vollen Fahrlehrerkosten je Einheit und ohne Nebeneffekte. Bei Parallelbetreuung oder eingesparten Fahrzeugstunden kann die Schwelle niedriger liegen. Alle Werte sind offene Rechenannahmen, die jede Fahrschule durch eigene Zahlen ersetzen kann.

01 · Annahmen

Die Annahmen des Rechenbeispiels

Alle Werte sind offengelegte Rechenannahmen für dieses Beispiel und lassen sich durch die eigenen Zahlen der Fahrschule ersetzen. Die angesetzte Anschaffungssumme ist ausdrücklich kein Angebotspreis; der tatsächliche Preis hängt von Modell und Konfiguration ab.

Annahmen für das Rechenbeispiel einer Fahrschule mit Full-Motion-Simulator
GrößeAnnahmeKommentar
Anschaffung Simulator50.000 Euro nettoRechenwert nur für dieses Beispiel, kein Angebotspreis; tatsächlicher Preis modell- und konfigurationsabhängig
Nutzungsdauer6 Jahrelinear abgeschrieben, Restwert 0
Preis je Simulatoreinheit35 EuroRechenwert für dieses Beispiel; beobachtete Spanne 25 bis 45 Euro
Betriebswochen46 pro JahrUrlaub und Feiertage abgezogen
Laufende Kosten Simulator1.500 Euro pro JahrStrom, Wartung, Verschleiß, siehe Kosten
Fahrzeugkosten je Fahrstunde10 EuroKraftstoff, Verschleiß, Versicherung, Wertverlust, ohne Fahrlehrer
Fahrlehrerkosten je Stunde35 EuroRechenwert für dieses Beispiel, als Arbeitgeberbrutto einschließlich Nebenkosten angesetzt
02 · Stundenkosten

Kosten pro Simulatorstunde gegen Kosten pro Fahrstunde

Der Simulator kostet über 6 Jahre 50.000 Euro Anschaffung plus 9.000 Euro laufende Kosten, zusammen 59.000 Euro. Bei 15 Einheiten pro Woche und 46 Wochen sind das 690 Einheiten im Jahr und 4.140 Einheiten in 6 Jahren. Die Gerätekosten je Einheit liegen damit bei 14,25 Euro. Bei 20 Einheiten pro Woche sinken sie auf 10,69 Euro, bei 10 Einheiten steigen sie auf 21,38 Euro.

Eine Fahrstunde im Fahrschulwagen kostet mit 10 Euro Fahrzeugkosten auf den ersten Blick weniger. Der Unterschied liegt in der Fahrlehrerzeit: Im Fahrzeug ist der Fahrlehrer 45 Minuten an einen Schüler gebunden. Am Simulator kann er — je nach Aufbau — zwei Schüler parallel betreuen, einen am Gerät, einen in der Nachbesprechung, oder die Einheit als Teil einer Theoriegruppe fahren lassen. Rechnet man mit 1,5 Schülern je Fahrlehrerstunde, sinken die Personalkosten je Einheit von 35 auf rund 23 Euro.

Vollkosten je 45-Minuten-Einheit bei 15 Einheiten pro Woche
KostenartFahrstunde im FahrzeugSimulatoreinheit
Gerät bzw. Fahrzeug10,00 Euro14,25 Euro
Fahrlehrer35,00 Euro23,30 Euro
Summe45,00 Euro37,55 Euro
03 · Auslastung

Auslastung: ab wann der Simulator schwarze Zahlen schreibt

Bei 35 Euro Verkaufspreis je Einheit und Gerätekosten von 59.000 Euro über 6 Jahre plus Fahrlehrerkosten von 23,30 Euro je Einheit ergibt sich folgende Rechnung nach Auslastung:

Jahresergebnis des Simulators nach Auslastung, Preis 35 Euro je Einheit
Einheiten pro WocheUmsatz pro JahrGerätekosten pro JahrFahrlehrer pro JahrErgebnis pro Jahr
58.050 Euro9.833 Euro5.359 Euro−7.142 Euro
1016.100 Euro9.833 Euro10.718 Euro−4.451 Euro
1524.150 Euro9.833 Euro16.077 Euro−1.760 Euro
2032.200 Euro9.833 Euro21.436 Euro+931 Euro
2540.250 Euro9.833 Euro26.795 Euro+3.622 Euro

Diese Tabelle rechnet bewusst streng: mit vollen Fahrlehrerkosten für jede Einheit und ohne einen einzigen Nebeneffekt. Selbst dann ist der Simulator ab 20 Einheiten pro Woche im Plus — das sind 4 Einheiten am Tag. Sobald der Fahrlehrer zwei Schüler parallel betreut oder Einheiten in Theoriegruppen integriert, verschiebt sich die Schwelle deutlich nach unten.

04 · Nebeneffekte

Was in der Tabelle noch fehlt

Die strenge Rechnung lässt vier Effekte weg, die in der Praxis den Ausschlag geben:

  • Eingesparte Fahrzeugstunden: Wenn ein Fahrschüler statt 3 Gewöhnungsstunden im Auto 3 Einheiten am Simulator fährt, spart das 30 Euro Fahrzeugkosten und hält das Fahrzeug für Sonderfahrten frei. Bei 100 Fahrschülern im Jahr sind das 3.000 Euro und 225 freie Fahrzeugstunden.
  • Weniger Wiederholungen: Fahrschüler, die vorbereitet kommen, brauchen weniger Übungsstunden bis zur Prüfungsreife. Das ist für die Fahrschule kurzfristig weniger Umsatz, langfristig aber die Empfehlung, die neue Anmeldungen bringt.
  • Zusätzliche Anmeldungen: Eine Fahrschule mit dem einzigen Full-Motion-Simulator im Umkreis von 30 Kilometern hat ein Argument, das kein Wettbewerber hat. Eine einzige zusätzliche Anmeldung pro Monat entspricht bei durchschnittlich 2.500 bis 3.500 Euro Ausbildungskosten je Führerschein einem Mehrumsatz von 30.000 bis 42.000 Euro im Jahr.
  • Neue Zielgruppen: Fahrangst-Kunden mit Führerschein, Auffrischungskurse für Wiedereinsteiger, Gefahrentraining für Firmenflotten — alles Einheiten, die ohne Simulator nicht verkauft werden. Siehe Fahrangst überwinden.
05 · Amortisation

Amortisation in Jahren

Rechnet man die strenge Tabelle mit 20 Einheiten pro Woche und addiert nur den ersten Nebeneffekt — 3.000 Euro eingesparte Fahrzeugkosten im Jahr —, erwirtschaftet der Simulator rund 3.900 Euro Überschuss plus 8.333 Euro jährliche Abschreibung, die in den Gerätekosten bereits enthalten ist. Der Kaufpreis von 50.000 Euro ist damit nach etwa 4 Jahren zurückverdient. Kommt eine einzige zusätzliche Anmeldung pro Monat hinzu, verkürzt sich die Amortisation auf unter 2 Jahre.

Bei Leasing verschiebt sich die Betrachtung von der Amortisation zur monatlichen Deckung: Eine Rate von 1.000 bis 1.200 Euro ist ab 12 Einheiten pro Woche aus dem Simulatorumsatz allein gedeckt. Die Varianten stehen unter Leasing und Finanzierung.

06 · Eigene Zahlen

Die Rechnung mit den eigenen Zahlen

Wer die Tabelle für die eigene Fahrschule nachrechnen will, braucht fünf Zahlen: den geplanten Preis je Einheit, die realistische Zahl an Einheiten pro Woche, die eigenen Fahrlehrerkosten je Stunde, die Fahrzeugkosten je Fahrstunde und die Zahl der Fahrschüler pro Jahr. Wir stellen auf Anfrage eine Kalkulationsvorlage bereit und setzen die Zahlen im Beratungsgespräch gemeinsam ein. Der erste Schritt ist die Anfrage für Fahrschulen; wie der Kauf danach abläuft, steht unter Fahrschulsimulator kaufen.

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FAQ

Häufige Fragen zu: Wirtschaftlichkeit

Wie viele Simulatoreinheiten pro Woche sind für eine Fahrschule realistisch?

Fahrschulen mit 80 bis 120 Fahrschülern im Jahr erreichen mit 2 bis 3 Einheiten je Schüler und ergänzenden Angeboten für Fahrangst und Auffrischung typischerweise 10 bis 20 Einheiten pro Woche. Entscheidend ist, dass die Einheit als festes Element des Ausbildungspakets angeboten wird.

Sollte eine Fahrschule Simulatoreinheiten kostenlos anbieten?

Nein. Kostenlose Einheiten werden als Spielerei wahrgenommen und rechnen sich nicht. Ein Preis zwischen 25 und 45 Euro je 45-Minuten-Einheit liegt deutlich unter einer Fahrstunde und wird von Fahrschülern akzeptiert, weil der Nutzen spürbar ist.

Verliert die Fahrschule Umsatz, wenn Fahrschüler weniger Fahrstunden brauchen?

Kurzfristig kann eine Ausbildung 2 bis 3 Fahrstunden kürzer werden. Dieser Umsatz wird durch die verkauften Simulatoreinheiten ersetzt, und der Fahrlehrer gewinnt Zeit für zusätzliche Schüler. Langfristig überwiegen Empfehlungen und Neuanmeldungen.

Kann ein Fahrlehrer am Simulator wirklich zwei Schüler parallel betreuen?

Ja, wenn der Simulator neben einem Besprechungsplatz steht: Ein Schüler fährt eine Übung, der zweite bespricht mit dem Fahrlehrer die aufgezeichnete Fahrt. Das funktioniert bei Grundfahraufgaben und Gefahrenmodulen gut, bei Fahrangst-Kunden ist Einzelbetreuung sinnvoll.

Wie lange dauert es, bis eine Fahrschule den Simulator ausgelastet hat?

Die Auslastung hängt vor allem davon ab, ob die Fahrschule den Simulator bei der Anmeldung aktiv anbietet und feste Einheiten in die ersten Ausbildungswochen einplant. Zusätzlich wirken sich Schülerzahl, Terminplanung und ergänzende Angebote auf die Nachfrage aus.

Kontakt und Probefahrt

Erst fahren, dann entscheiden.

Jede Fahrschule kann den ACTORACER vor der Entscheidung selbst fahren: nach Terminabsprache im Showroom in Windeck oder in einem der Center in der Nähe. Wir beantworten Fragen zu Modell, Raum, Software und Konditionen direkt vom Hersteller.